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Utility Settlement Coin: Vier Banken planen digitale Währung

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Die Deutsche Bank, UBS, Santander und BNY Mellon arbeiten mit dem StartUp „Clearmatrics“ zusammen an der Einführung einer Kryptowährung. Eine Kryptowährung ist eine digitale Währung, vergleichbar mit dem Bitcoin. Der geplante „Utility Settlement Coin“ soll jedoch nicht wie der Bitcoin eine neue Währung darstellen, sondern wird bei der Zentralbank in Euro und US-Dollar hinterlegt und direkt tauschbar sein. Ins Leben gerufen wurde diese Idee von der schweizerischen Bank UBS und beteiligt sind neben den genannten vier Banken noch der britische Broker Icap.

Wieso brauchen Großbanken eine Kryptowährung?

Die Finanzinstitute benötigen komplexe Transaktionsketten um Wertpapiere wie zum Beispiel Aktien oder CFD’s in den Besitz des Käufers zu übertragen. Für die Wertpapierkäufer und Trader ist der Aktienkauf nach wenigen Sekunden vorbei, jedoch brauchen die agierenden Finanzdienstleister für die gesamte Abwicklung noch etwa Zwei Tage. Bislang werden für die Fertigstellung des Wertpapierkaufs sogenannte Clearinghäuser benutzt.

Was ist ein Clearinghaus?

Clearinghäuser agieren als eine Art Vermittler und sind dafür zuständig, dass beide Parteien ihren Verbindlichkeiten nachkommen. Beide Seiten des Deals überweisen Ihre Leistung an das Clearinghaus, und erst wenn alle Anforderungen der beiden Parteien erfüllt sind, werden sie vom Clearinghaus an die Beteiligten übermittelt.

Sinn und Zweck des Vermittlers ist, dass bei diesen Arten von Transaktionen die Parteien ein Risiko eingehen, denn es kann vorkommen, dass die eine Seite bezahlt, die andere Seite jedoch nicht liefert.

Das Clearinghaus verringert dieses Risiko, denn wenn die eine Seite dem Clearinghaus ihre Leistung überwiesen hat, die andere Seite jedoch ihrer Verbindlichkeit nicht nachkommt, kann das Clearinghaus das überwiesene Geld direkt wieder zurückschicken.

Wann wird der Utility Settlement Coin (USC) eingeführt?

Bislang ist die Idee noch in der Planung. Es ist verständlich, dass sich die Banken und Broker den Umweg über die Clearinghäuser ersparen wollen, denn einer Studie der Consultingfirma Oliver Wyman zufolge, kosten die Vermittlungen die Finanzinstitute jährlich bis zu 80 Milliarden USD.

Die Banken können jedoch nicht einfach so eine Kryptowährung einführen, denn die Zentralbanken müssen mit der Idee und dem Konzept einverstanden sein. Die Verhandlungen in Bezug auf die Regulierungen und die Einzelheiten des USC fangen erst an. Geplant ist die Einführung frühestens im Jahr 2018.

Einen ersten Erfolg kann die Idee jedoch bereits verbuchen, denn die britische Zentralbank scheint laut Börsen-Zeitung nicht abgeneigt von der Idee zu sein. Die EZB konnte bislang nicht überzeugt werden.