Umzug in die Schweiz: Tipps und Tricks zur Mietkaution

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Die Schweiz ist für viele Deutsche ein beliebtes Auswanderungsziel und besitzt wie jedes Land einige landesspezifische Eigenheiten, die angefangen beim Umzug über das Mietverhältnis bis hin zur Mietkaution beachtet werden müssen. Hier finden Sie einige Tipps und Tricks für die Auswanderung sowie bürokratische und administrative Feinheiten und Notwendigkeiten, um im Alpenstaat leben und arbeiten zu können.

Ankunft in der Schweiz

Auswanderer haben in der Regel 8 Tage Zeit, um sich in der sogenannten „Einwohnerkontrolle“ der entsprechenden Wohngemeinde anzumelden. Der Begriff „Einwohnerkontrolle“ unterscheidet sich von Kanton zu Kanton und ist vergleichbar mit dem deutschen Einwohnermeldeamt. Dort können Neuankömmlinge einen Antrag auf eine Aufenthaltsbewilligung stellen. In Zürich zum Beispiel nennt sich die verantwortliche Behörde „Kreisbüro“ und in Basel „Einwohnerdienst“.

Grundsätzlich müssen zur Anmeldung in der Schweiz folgende Dokumente unbedingt mitgebracht werden:

  • Gültiger Arbeitsvertrag
  • Mietvertrag
  • 1 Passfoto
  • Geld zur Begleichung der anfallenden Gebühren
  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass

Für einen Aufenhalt von bis zu drei Monaten wird keine spezielle Bewilligung vom Amt benötigt. Anschließend muss die jeweilige Person die Schweiz für mindestens einen Monat verlassen. Der Gesamtaufenthalt darf maximal sechs Monate innerhalb von einem Jahr betragen.

In der Schweiz ist die Krankenversicherung obligatorisch und muss innerhalb von maximal drei Monaten nach Einreise bei einer Krankenkasse beantragt und abgeschlossen werden. Rückwirkend greift die Leistung der Krankenversicherung zum Tag der Einreise. Doch hier müssen die verbundenen Prämien nachgezahlt werden.

Die Grundversicherung ist bei nahezu allen Krankenversicherung gleich strukturiert, weshalb somit alle medizinischen Grundbedürfnisse abgedeckt werden können. Allerdings müssen Zahnarztkosten durch zusätzlich Versicherungen gedeckt werden. Hier unterscheiden sich die Prämien der Versicherungsunternehmen erheblich.

Das müssen Auswanderer bei einem Umzug in die Schweiz beachten

Bevor die Schweiz mit einer neuen Wohnung als neuer Heimatort bezeichnet werden kann, müssen folgende Punkte befolgt werden:

  • Neben dem Mietzins fallen Nebenkosten an
  • Zur ersten Wohnungsmiete ist die Bezahlung einer Mietkaution erforderlich
  • Beim Einzug in das Mietobjekt muss ein Mängel- und Schadensprotokoll erstellt werden
  • Mietvertrag definiert Kündigungsfristen und Mindestmietdauer
  • Herd, Backofen und eine Waschmaschine gehören zur Standardausstattung bzw. dem Standard-Mietumfang
  • Haltung von Tieren wie Hunden und Katzen müssen mit dem Vermieter abgesprochen werden (Kleintiere sind erlaubt)
  • Kleine Reparaturen sind vom Mieter selber zu tragen. Größere Instandhaltungsmaßnahmen müssen vom Vermieter durchgeführt werden.
  • Kündigung des Mietverhälts muss schriftlich innerhalb der vereinbarten Fristen erfolgen

Nebenkosten Miete

Zu den üblichen Nebenkosten werden weitere Nebenkosten für Strom, Wasser und Heizung, sowie Kosten für TV- und Internetanschluss anfallen. Welches Ausmaß die Kosten einnehmen werden, steht größtenteils im Mietvertrag niedergeschrieben, können jedoch abweichen abhängig von der Nutzung der erwähnten Kostenfaktoren. Erkundigen Sie sich im Vorfeld beim Vermieter über sämtliche Nebenkosten. Des Weiteren sollten Sie sich als zukünftiger Mieter vergewissern, ob die entsprechenden Leistungen laut Mietrecht regelkonform sind, oder nicht.

Mietkaution

Im Rahmen des Einzugs in die neue Wohnung steht die Bezahlung einer Mietkaution an. Die Mietkaution dient dem vermietenden Eigentümer als Sicherheitsmaßnahme gegen möglichen Schäden am Mietobjekt oder ausstehende Mietzinsen. Die gesamte Mietkaution wird auf einem sogenannten Sperrkonto

Grafik - Ablauf Mietkautionsversicherung
Ablauf einer Mietkautionsversicherung

hinterlegt. Sofern keine ausbleibenden Zahlungen anstehen und keine Schäden verursacht wurden, erfolgt die Zurückzahlung der Mietkaution zum Ende der Mietdauer. Das Mietrecht besagt, dass die Kautionshöhe drei Monatsmieten nicht übersteigen darf. Höhere Kautionen sind nicht rechts-konform bzw. erlaubt

Übergabe einer Wohnung

Bereits beim Einzug ist es empfehlenswert, ein Protokoll über die Schäden und Mängel am Mietobjekt schriftlich zu dokumentieren. Für Schäden, die nicht im Protokoll festgehalten worden sind, kann der Mieter zum Ende der Mietdauer verantwortlich gemacht werden. Achten Sie auf kleine Unstimmigkeiten und bewahren Sie das Protokoll gut auf. Unzulässige und große Mängel, die beim Einzug vom Mieter festgestellt werden, müssen laut aktuellem Mietrecht vom Vermieter ordnungsgemäß behoben werden.

Kündigungsfristen und Mindestmietdauer

Das Mietverhältnis zwischen Mieter und Vermieter kann in der Schweiz innerhalb der vereinbarten Fristen gekündigt werden. Sofern keine Kündigungsfrist im Mietvertrag vereinbart worden ist, greift die Regelung des schweizerischen Obligationsrechts bzw. nach lokaler Mietregelung eine mietrechtliche Mindestfrist von 3 Monaten. In außerordentlichen Fällen kann eine Kündigung auch außerhalb der vertraglich geregelten Kündigungsfristen gekündigt werden. Ebenso kann eine individuelle Mietdauer vereinbart werden.

Lebenshaltungskosten

Ein Umzug in die Schweiz muss gut durchdacht und geplant werden. Generell ist das Leben in der Schweiz kostspieliger als in Deutschland. Deshalb empfiehlt sich vorab ein allgemeiner Preisvergleich. Dazu gehört das allgemeine Lohn- und Preisniveau, BIP, Ausgaben für Produkte und Dienstleistungen, Mietpreise, Nahrungsmittel, Elektronikgeräte und Tickets im öffentlichen Verkehr. Alle gängigen Preise geben bereits Informationen über den Lebensstandard und Lebenskosten im entsprechenden Land.

Im internationalen Vergleich sind Genf und Zürich Städte mit einem sehr hohen Preisniveau. Durchschnittlich haben Einwohner bis zu 20% mehr Ausgaben als andere westeuropäische Städte. Jedoch muss bedacht werden, dass der durchschnittliche Bruttolohn in Genf und Zürich weitaus höher ist als in Deutschland. Nicht nur die höheren Gehälter, sondern auch die vergleichsmäßig niedrigeren Steuern lassen den Arbeitsmarkt der Schweiz als sehr arbeitnehmerfreundlich wirken.

Wohnen in der Schweiz

Die Wohnungssuche in Schweizer Großstädten ist mit sehr viel Zeit und Aufwand verbunden. Oftmals erschwert sich die Wohnungssuche, wenn sie aus Deutschland erfolgt. Eigenwohnungen zu finden ist oftmals schwieriger als WG-Zimmer, weshalb letzteres oftmals als Zwischenlösung durchaus Abhilfe schaffen kann.

Eine Wohnung zu finden ist insbesondere in den größeren Schweizer Städten schwierig und zeitintensiv, vor allem, wenn man aus der Ferne suchen muss. Am besten suchen Sie im Internet  nach freien Wohnungen auf dem Schweizer Immobilienmarkt. WG-Zimmer sind meist schneller zu finden als Wohnungen und können als Übergangslösung dienen. Der Schweizer Wohnungsmarkt ist stark umkämpft, weshalb folgende Dokumente bei einer Wohnungsbesichtigung vorbereitet werden müssen.

  • Ausländerausweis / gültiger Ausweis / gültiger Reisepass
  • Betreibungsauskunft / Schufa-Auskunft
  • Kontaktinformationen des vorherigen Vermieters
  • Gegenwärtiger Arbeitsvertrag: Dauer des Arbeitsverhältnisses und Gehalt sind für den Vermieter besonders wichtig.

Darüber hinaus ist ein Motivationsschreiben mit Foto anzufertigen. Außerdem erfolgt eine Art Bewerbungsgespräch wie bei einem klassischen Jobinterview, bei dem potenzielle Mieter Überzeugungsarbeit leisten müssen.

Ein positiver Eindruck bei der Wohnungsbesichtigung mit einer anschließenden Schnellzusage kann die Bewerbung zu Ihren Gunsten beflügeln. Sofern keine Rückmeldung seitens des Vermieters erfolgt, reicht ein kurzes Telefonat, um den Status der Bewerbung zu klären.

Mitkautionsversicherung als Alternative zur Mietkaution

Neben der bekannten Mietkaution können Zuwanderer auch auf die alternative Mietkautionsversicherung zugreifen. Eine Mietkautionsversicherung fungiert als eine Bürgschaftsurkunde für Ihren Vermieter und garantiert die gleichen Sicherheiten wie eine übliche Mietkaution. Die gesetzlichen Regelungen in Bezug auf die Sicherheit und Freigabe der Mietkaution sind bei beiden Methoden nahezu identisch.

Vorteile einer Mietkautionsversicherung:

  • Kein Geld für die Mietkaution erforderlich
  • Günstige Jahresprämien
  • Seriöse Anbieter ermöglichen jederzeit die Kündigung
  • Automatische Kündigung bei Umzug durch Ihren Vermieter
  • Kein Kündigungsschreiben notwendig
  • Nach Auflösung der Mietkautionsversicherung wird die Restprämie zeitanteilig rückerstattet

Mit der Zahlung ihrer Prämie an die Mietkautionsversicherung, bürgt der Anbieter mit einer Bürgschaftsurkunde gegenüber Ihrem Vermieter und garantiert das Aufkommen für anfallende Kosten wie Mietzinsen, Schäden am Mietobjekt bis zur vereinbarten Kautionssumme.