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Jeden Tag werden neue Ausfälle, gestrichene Flüge und Streiks von Air Berlin verkündet. Es ist ein regelrechtes auf und ab wenn man die Nachrichten rund um den Flugkonzern beobachtet und obwohl die Fluglinie bekannterweise bereits Insolvenz angemeldet hat, gibt es dennoch eine Reihe von Investoren, die Interesse an der zweitgrößten Fluglinie Deutschlands oder Teilen dieser haben.
Nachfolgend werden einige der Investoren aufgelistet und mögliche Ziele der Air Berlin Interessenten dargestellt.

Lufthansa mit großem Interesse an Air Berlin

Für Lufthansa, die größte Fluglinie Deutschlands besteht zwar nicht die Möglichkeit den ehemaligen Konkurrenten komplett zu übernehmen, dennoch hoffen Sie bis zu 90 der 140 Air Berlin Flugzeuge samt Besatzungen übernehmen zu können. Aktuell besteht bereits ein Leasing Vertrag zwischen Lufthansa und Air Berlin der beinhaltet, dass die Lufthansa Tochter „Eurowings“ 38 Flugzeuge inkl. Besatzung von Air Berlin verwenden darf.

Eine Übernahme des Großteils der Flotte wäre für Lufthansa besonders wichtig um die bereits erwähnte Tochter Eurowings wieder näher an den Billigflieger Konkurrenten Ryanair zu kriegen.

Viele deutsche Politiker heißen den Deal zwischen Lufthansa und Air Berlin gut, da zum Beispiel hunderte Jobs erhalten werden würden. Dagegen spricht jedoch eine drohende marktbeherrschende Stellung des Lufthansa Konzerns auf einigen Routen, die Air Berlin ebenfalls anbietet.

Zu den Verhandlungen zwischen Lufthansa und Air Berlin gibt es momentan keine genaueren Informationen und auch keine Angaben bezüglich der Geldsummen, die dabei im Raum stehen.

Ryanair

Anfänglich zeigte Ryanair Geschäftsführer Michael O’Leary Interesse an Teilen und sogar ganz Air Berlin, jedoch verfloss das Interesse schon nach einigen Tagen, nachdem der Ryanair Chef sein Angebot wieder zurückzog. Er begründete sein Verhalten in dem er die gesamte Situation und das Insolvenzverfahren als „abgekartetes Spiel“ betitelte. Seiner Ansicht nach werden durch den Prozess die Air-Berlin Flotte und die Crews für Top-Konditionen an die Lufthansa verschenkt. Er forderte die deutsche und europäische Kartellbehörden auf das Insolvenzverfahren und den Bietprozess genau zu überprüfen und den Überbrückungskredit der KfW-Bank ebenfalls unter die Lupe zu nehmen.

Es ist unklar ob O’Leary überhaupt Interesse an Air Berlin hatte, oder ob er sein anfängliches Gebot und den folgenden Rückzug nur machte um an die Öffentlichkeit zu treten und seine Unzufriedenheit bezüglich der Lufthansa und der deutschen Politik kund zu tun.

Easyjet

Easyjet wurde anfänglich als Interessent an Air Berlin gelistet, jedoch wurden weder konkrete Angebote noch Angaben zum Vorhaben publik gemacht.

GBE Brokers_The-Wall-Street.com

Condor

Das britische Tourismus Unternehmen Thomas Cook und die Tochtergesellschaft Condor verkündeten ebenfalls Interesse an der Airline und sind „für eine aktive Beteiligung an der Zukunft von Air Berlin bereit“.

Zeitfracht

Zeitfracht ist ein Logistikunternehmen aus Deutschland und plant die Airline Air Berlin umzustrukturieren und in das Frachtgeschäft umzusiedeln. Der Geschäftsführer Wolfram Simons hält Air Berlin für überlebensfähig sobald durch das Insolvenzverfahren die Schulden entfallen.

Hans Rudolf Wöhrl

Hans Rudolf Wöhrl ist ein Unternehmer, der bereits den Fluggesellschaften LTU und DBA auf die Beine half. Er ist an dem Kauf von Air Berlin als Gesamtpaket interessiert und hat dafür schon die Suche nach potentiellen Co-Investoren begonnen. Wöhrl ist der einzige Interessent, der bereits ein Angebot abgegeben hat. Er ist bereit 500 Millionen Euro für die gesamte Fluglinie zu zahlen.

Er will die Airline als eigenständiges Unternehmen behalten, jedoch die Flugzeuge und Crews primär für andere Fluggesellschaften fliegen lassen.

Niki Lauda

Die Formel 1 Legende Niki Lauda zeigt ebenfalls Interesse an Air Berlin. Im Jahr 2011 verkaufte der ehemalige Formel 1 Pilot seine Fluglinie Niki an das Flugunternehmen und erwägt nun diese wieder aus dem Gesamtkonzern zurückzukaufen. Der Hauptfokus von Niki lag/liegt auf Ferienverbindungen und gilt weiterhin als profitabel. Momentan lässt er die Bücher von Air Berlin prüfen um ein Angebot abzugeben.

Link Global Logistics

Das chinesische Unternehmen Link Global Logistics, welches unter anderem den Flughafen Parchim in Mecklenburg besitzt ist ebenfalls an der Fluggesellschaft Air Berlin interessiert. Geschäftsführer Jonathan Pang hat bislang kein offizielles Statement abgegeben, aber bis Freitag (15.09.17) soll ein konkretes Angebot vorbereitet werden.